2011

Esther Zellmer greift bei ihren aktuellen Farbholzschnitten die motivische Bildsprache ihrer Malereien auf und wandelt sie zu noch klarer definierten geometrischen Formen. Ihre Kompositionen sind jedoch nie streng mathematisch und werden wie in den Arbeiten auf Leinwand durch den Pinselstrich in der Druckgraphik durch freihändig gezogene Linien von unregelmäßiger Auftragsstärke und einer äußerst experimentierfreudigen Verwendung von druckfähigen Gegenständen aufgelockert. Zellmer schneidet Strukturen in Holzplatten, die wie eine Art Raster, teils partiell überklebt und teils mehrfach übereinander gedruckt werden und kombiniert sie spielerisch mit gefundenen Materialien wie Holzeisenbahngleisen oder hölzernen Zahnrädern zu vielschichtigen Gesamtbildern. In zahlreichen Arbeitsschritten werden die Druckstöcke verschiedenfarbig abgezogen und an manchen Stellen mit der Hand nachkoloriert. Damit entwickelt Zellmer im Prozess des Druckens komplexe Ordnungsstrukturen, auch in Bezug auf die farbliche Komposition. Jedes Blatt ist ein Unikat, die Druckstöcke selbst werden wieder verwendet und immer neu kombiniert. Es entstehen Serien in wechselnden Farbvariationen und spannend konstruierten Formfindungen aus Linien und Flächen.

Das in Zellmers Malerei vielfach erprobte Prinzip der Farbklänge, die jeweils den Gesamteindruck eines Bildes bestimmen, findet in den aktuellen Farbholzschnitten eine Erweiterung durch noch eindeutiger gesetzte Forman, die sich harmonisch zu einer Gesamtkomposition fügen. Damit schafft Esther Zellmer auch mit ihrer Serie der Monotypien im besten Sinne Malerei.

Anjalie Chaubal M.A.

 

2008

Esther Zellmer erarbeitet als Grundlage jeden Bildthemas eine Struktur oder ein Raster, das mit Farbe angefüllt wird. Erst im Prozess des Malens entstehen Farbklänge, die harmonisch aufeinander reagieren oder aber gezielt gesetzte Dissonanzen, die den Betrachter iritieren, um Spannung zu erzeugen. Ihre Formensprache entsteht vorwiegend aus der Linie, die jedoch nicht starr gesetzt, sondern durch gestischen Pinselstrich aufgelockert und belebt wird. Keine Farbfläche ist durch den Auftrag von nur einer Farbe entstanden, oftmals liegen Flächen anderer oder ähnlicher Farben übereinander und verstärken das Farbvolumen. Die dramatische Leere der frei gelassenen Fläche, betont die klar gesetzte Struktur der Linien und visualisiert in zurückhaltender Weise das räumliche Gefüge im Bild.

Esther Zellmer reduziert in ihrer Malerei Farbe, Form und Raum und generiert in zarter aber bestimmter Weise Realitäten mit individuellen Eingriffen zu einer konzentrierten erdachten Wirklichkeit. Sie denkt in Themen und Motiven, die sie farbanalytisch zerlegt und von ihrer eigentlichen Konnotation befreit.

Anjalie Chaubal M.A.

 

 

 

Esther Zellmer

Aktuell | Arbeiten | Archiv | Text | CV | Ausstellungen | Projekte| Kontakt